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Ich bin wieder zurück!

 


Yes, i am back!

Lang lang ist es her, seit dem ich das letzte Mal hier auf dem Blog etwas geschrieben und veröffentlicht habe.

Es ist in den letzten 19 Monaten echt verdammt viel passiert. Auf das eine oder andere werde ich in den nächsten Monaten wahrscheinlich auch noch einmal genauer eingehen.

Hier mal ein kleiner Teaser: ein neues Projekt namens Let´s Connect Magdeburg, das Ehrenamt Plaudernetz, mein Abschluss als psychologische Beraterin, viel Arbeit an mir selbst mithilfe der Therapie, neue Hobbys und Solodates für mich entdeckt, zwei neue Jobs, eine Kündigung, das erste Mal arbeitslos sein, ein Neustart als frisch gebackener Jobcoach. Ihr seht, es ist verdammt viel in den anderthalb Jahren passiert. Ich glaube, ich hatte seit 2022 nicht mehr so viele Veränderungen in so kurzer Zeit.

Für alle, die sich wundern, warum ich knapp anderthalb Jahre nichts mehr hier geschrieben habe: Es hatte vor allem etwas mit meiner laufenden Therapie zu tun gehabt. Ich wollte das Experiment mal wagen, hier nichts mehr zu schreiben.

Ich habe gemerkt, dass ich mir selbst jede Woche aufs Neue so viel Druck gemacht habe. Dass es nicht gerade förderlich für meine psychische Entwicklung war, die Dinge, die mich beschäftigen, hier noch einmal durchzukauen und dann in alle Welt hinauszuposaunen. Ich konnte es mir nicht vorstellen, nicht mehr zu schreiben.

Das Schreiben war Teil meiner Identität geworden, ich hing so sehr an diesem Blog. Das Loslassen erschien unmöglich.


Loslassen kann so gut tun

Und doch habe ich es geschafft. Und seltsamerweise fiel es mir so gar nicht schwer, mit dem Schreiben aufzuhören. Von heute auf morgen habe ich es einfach gelassen. Ich dachte, dass ich größere Probleme damit haben werde. Aber weit gefehlt. Natürlich war es anfangs sehr ungewohnt für mich, nicht mehr wöchentlich zu schreiben.

Und gleichzeitig habe ich gemerkt, wie gut es mir auch getan habe, eben nicht mehr dieser Verpflichtung nachzugehen. Denn das war das Schreiben über die Jahre geworden. Kein wirkliches Feuer mehr dahinter.

Es diente lediglich dazu, dass ich von mir sagen konnte, dass ich produktiv gewesen war. Aber die eigentliche Freude am Schreiben habe ich über die Monate hinweg schleichend verloren. Ich wollte es mir nur nicht eingestehen.

Es war doch überraschend befreiend, sich nicht ständig Gedanken zu machen, worüber ich als nächstes schreibe. Mir nicht ständig den Druck zu machen, diese leeren Seiten zu füllen. Mir hat das Schreiben nicht wirklich gefehlt. Und da wurde mir klar, dass es für mich einfach nur ein Ventil war, mir selbst Druck zu machen. Dass ich doch gefälligst etwas eigenes hinbekomme. Aber für wen? Für mich selbst zur Bestätigung? Sonst liest hier ja kaum einer meinen Blog.

Ich hatte schon einmal vor vier Jahren darüber reflektiert, warum das Schreiben inzwischen so mühsam geworden ist, sich mehr anfühlte wie Arbeit als wie Spaß. Und schon da habe ich erkannt, woran es gelegen hatte. Und habe trotzdem nicht wirklich etwas verändert. Vielleicht habe ich diese Pause wirklich gebraucht, um mal wieder ganz von vorn anzufangen. Mir klar zu werden, warum ich mit dem Schreiben angefangen habe, was es mir mal gegeben hat und wie es dann doch so anders geworden ist. Warum ich dann von dem eigentlich Grund, zu schreiben, abgekommen bin.

Und doch konnte ich nicht komplett loslassen. Ich wollte dem ganzen noch eine Chance geben. Hatte tatsächlich in letzter Zeit immer mal wieder mit dem Gedanken gespielt, wieder mit Schreiben anzufangen.


Warum ich geschrieben habe

Ich glaube nach wie vor, dass Schreiben etwas damit zu tun hat, dass ich etwas eigenes schaffen will. Ich will meine Freizeit nicht nur mit Konsum verbringen, sondern Dinge auf die Beine stellen, etwas hervorbringen, etwas ganz eigenes. Und dafür war das Schreiben auch perfekt. Das waren meine Gedanken, Erfahrungen, Gefühle und Sichtweisen, die in die Texte eingeflossen. Ich habe meine ganz eigene Art, mich mit verschiedenen Themen und Erlebnissen auseinanderzusetzen.

Ich möchte natürlich auch wieder mehr ins schriftliche Reflektieren kommen. Ich habe damit auch nie aufgehört. Meine digitalen Notizen auf meinem Handy sind mein stetiger Begleiter im Alltag. Aber sie gehören nur mir, sind ganz privat, ganz unperfekt geschrieben. Aber für einen Blog zu schreiben ist eben doch etwas anderes. Da wird einiges noch aufpoliert, inszeniert und lesefreundlich gemacht. Obwohl ich doch eigentlich für mich schreibe und nicht für jemand anderen.

In der Therapie habe ich mich intensiv noch einmal damit befasst. Warum schreibe ich überhaupt einen Blog? Wenn es nur für mich ist, würden meine digitalen Notizen reichen. Doch es muss ein Blog sein. Warum das? Wenn doch niemand meine Texte liest? Warum braucht es einen öffentlichen Kanal? Warum will ich einerseits unsichtbar sein und dann gleichzeitig doch so von vielen Menschen gesehen werden? Beides kann gleichzeitig wahr sein. Ich glaube, weil mein Bedürfnis nach dem Gesehen werden sehr lange Zeit nicht gestillt wurde. Es ist ein Bedürfnis, das immer offen bleiben wird. Einerseits bin ich gern für mich und will mich anderen nicht unbedingt mitteilen. Und gleichzeitig ist da doch das Bedürfnis da, Dinge mit anderen zu teilen. Daher ist dieser Blog auch entstanden. Er ist ein Teil meiner Biografie geworden. Und hat mich auch durch wilde Zeiten der Veränderungen begleitet. Es ist auch mein Vermächtnis.


Schreiben um des Schreibens Willen

Und gleichzeitig wäre es schön gewesen, wieder nur zu schreiben, weil ich das Schreiben mag. Nicht, um einen Zweck damit zu erfüllen, sondern, weil ich Freude an der Sache selbst habe. Ich glaube, dass das vielleicht nach und nach wieder kommen kann, wenn der Druck nicht mehr da ist.

Ich habe diesen Reset gebraucht, um mir klar zu werden, was ich damit erreichen will und was sich dafür ändern soll. Das bedeutet für mich, langsam anzufangen und nur zu schreiben, wenn ich Lust dazu habe. Nicht mehr jede Woche. Sondern eben dann, wenn es sich für mich richtig anfühlt. Wenn ich auch etwas zu sagen habe. Ich hoffe, dass dann die Lust am Schreiben wieder zurückkommt. Und wenn nicht, dann ist es auch gut. Es ist ein Experiment.

Bereits bevor ich diesen Text angefangen habe, habe ich mir viele Gedanken gemacht, was ich schreiben will. Und ich möchte nicht mehr so hohe Anforderungen an mich haben. Es ist in Ordnung, wenn der Text nicht so wird wie gedacht. Wenn er eben nicht so super gut geschrieben ist. Und nicht super originell. Das ist vollkommen okay.

Ich will das Kapitel „Schreiben“ wieder komplett anders angehen. Aber ich will den Blog auch nicht einfach so aufgeben. Er wird erhalten bleiben, auch wenn ich jetzt viel seltener schreiben werde.

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